Rest In War

Wie mensch unschwer erkennen kann, ist die Grafik irgendwie abgekackt und ich hab keine Ahnung woran es liegt. Ich schätze ja, dass ich mit meinen Germanophoben Hasstiraden den Unmut eines gewissen Wurstfabrikanten auf mich gezogen habe, die mir die Seite gehackt haben. Auf jeden Fall habe ich mich dazu entschlossen dieses Projekt hier zu Grabe zu tragen. Was schade ist, weil vorallem in letzter Zeit die Besucherzahlen ziemlich hoch waren. Doch sei’s Drum. Weil die beschissene Website auch nicht mehr die Links anzeigt (was eigentlich das wichtigste und einzig interessante hier war), stelle ich sie hier nochmal hin. Vielleicht verirren sich in ein paar Jahren mal Nachwuchsantifas hier her und werden somit gleich in ein Netzwerk linksextremistischen demokratiefeindlichen Terrors gezogen, wie es bei Andi geschehen ist. Zu wünschen wäre es ihnen auf jeden Fall. Falls sich jemand dazu genötigt fühlt, das Problem zu beheben oder den Blog weiterzuführen, weil sie den Namen oder was auch immer so geil findet, kann die Person sich natürlich bei mir melden. Ansonsten:

Reingehauen.

Bands

Adams Apple
Amplified Hate
Bridges Left Burning
Driving The Salt
Hinterland Sampler
Militant Mind
Misery System
Prosa
Swally Or Spit
The Bataks
Volxverätzung

Antifa Gruppen

Altöttinger Mieter Konvent
Antifa Gaming
Antifa Miesbach-Oberland
Antifa München
Antifaschistisches Informations- und Dokumentationsarchiv
Antifa Traunstein
Bunte Aktion Burghausen
Infogruppe Rosenheim
Initiative zum Aufbau eines selbstverwalteten Jugendzentrums in Waldkraiburg
Jugendcafe Zwiesel
Let’s Fight White Pride
Punk Im Hof
Straßen Aus Zucker

Locations

Altöttinger Mieterkonvent
Libella (Altenmarkt)
Club Stiege (Trostberg)
Festung (Traunstein)
Freiraum Dachau
Jugendcafe Zwiesel
JZ Dorfen
Kafe Kult (München)
Kafe Marat (München)
Silo (Töging)

Ende gut, Alles gut

Als Abschluss zu meinem WM-Special werd ich garnichtmal so groß rumdissen, sondern lasse hier einfach mal Angry Adorno zu Wort kommen, da sich Schland ja eh zum Horst gemacht hat. Die einen heulen, weil ihr Leben so inhaltsleer ist, sodass sie ihre Identität auf elf Leute projezieren, die voll abkacken und die anderen pissen sich vor Geilheit darauf ein, dass der neu gefundene Nationalismus so schnell nicht wieder abebben wird.

Und es gibt coole Neuigkeiten und zwar hat Johnny Mauser zusammen mit Captain Gips (was für beschissene Namen nebenbei) ein neues Album draussen, dass ich empfehlenswert finde. Gibts gratis auf der Website zum runterholen.

Neue Termine gibts demnächst auch wieder. Dran bleiben

Geschwollene Brust

Jetzt hat auch noch ein Kanake ein Weltkriegs- ääh Weltmeisterschaftslied geschrieben. Wenn das der Führer wüsst‘. Wobei dieser bei genauerem hinschauen auf den Text bestimmt eine feuchte Unterbuchse bekommen hätte:

„Ja wir Deutschen sind grad so stolz“. Schade, dass die Mehrheit der Deutschen einen Dunkelhäutigen wie den Herrn Bushido lieber in Abschiebehaft als in der blütenweißen Volksgemeinschaft sieht.

„Im ganzen Land schaut jeder zu. Kämpft, auch wenn die Gegner buhn“. Stimmt, hat uns ja sonst auch nie gestört.

„Und ich glaub ich sprech für das ganze Land, wenn ich sag‘: geht raus und gewinnt diesen Kampf“. Jap, das tut er. Nur wird hier bei den wenigsten an die WM gedacht.

„Und Deutschland kämpft und das Land fiebert mit – die Mannschaft sie steht, wie Fackeln in ihrem Wind“. Eignet sich auch prima als Text für die aus der Mode gekommenen Fackelmärsche. Traditionen sollte man wieder aufleben lassen!

Und so weiter. Ich hör jetzt auf, weil mein Mittagessen schon wieder draussen ist und sowas ist ja Verschwendung. Weiterhin hoffe ich auf jedenfall, dass das mit der Macht- ääh Pokalergreifung nicht und nie wieder hinhaut und geh mal weiter meine Nordkoreafahne bügeln und entgegen Ulrich Wickerts Empfehlung Karl Marx Suren auswendig lernen.

Termin für Deutsche: In Buchhofen gibts am 3. Juli 2010 ein Konzert.

Von einer Gegendemo ist mir bisher noch nichts bekannt, werds aber veröffentlichen, sobald mir was zu Ohren kommt.

Lampe

So, weil ich keinen Bock mehr habe auf undifferenzierte Aussagen, hier mal ein paar Hintergrundinfos, die Licht in die Sache rund um die „Mavi Marmara“ bringen sollen.

Übersichtliche Aufnahmen vom Deck

Funkspruch der israelischen Marine zur „Marvi Marmara“

Bericht über die Passagiere an Bord der Schiffes

Diskussion ist wie immer gerne gesehen.

(Ich hab mich lange darum gedrückt, was zu dem Thema zu schreiben, weil der Nahost-Konflikt nicht das einzige sein sollte, das in der Linken diskutiert werden muss. Aber halte das hier für nötig, angesichts einiger Aussagen die ich mitbekommen habe.)

Nationalistischer Zwischenstand

Kleiner aber feiner Post darüber, wie harmlos doch ein gesunder Nationalstolz heutzutage ist:

Zuerst gemerkt, dass ich mich im WM-Jahr 2010 befinde hab ich als fast keine Werbung mehr ohne die Farben Schwarz, Rot und Gold auskam. Auch wenn nur subtil im Hintergrund.  War das bisher nur Würgreiz erregend hab‘ ich gehört, dass es dieses Jahr auch noch ’nen Song Contest geben wird und ich hab mir schonmal den Eimer bereitgestellt. Jetzt hat natürlich auch Stefan Raabs nervige Frontsoldatin den Pokal (oder was weiß ich, was mensch da bekommt) zurück ins Reich geholt, was ihn sichtlich gefreut hat. Und anscheinend – hab‘ dieses Sportpalast ähnliche Ereignis leider nicht mitbekommen – hat Deutschland von Israhell 0 Punkte bekommen, was stolze Krauts natürlich nicht so einfach auf sich sitzen lassen können. Mensch beachte auch die Userbildchen; das volle Antisemitenklischee stimmts? Also wieder mal ist die Tatsache bestätigt, dass Judenhass nicht nur von irgendwelchen Naziopas an Weihnachten, wenn sie zu viel Punsch getrunken haben, kommt.

So Leute, dann freuen wir uns als nächstes auf die WM, wenn wir den Negern den Pokal abnehmen. Vielleicht schafft der tobende Deutsche Volksmob dieses mal ein paar mehr Döner- und Pizzaläden in seinem Siegestaumel auseinanderzunehmen, wozu Kategorie C den richtigen Soundtrack liefern. Und weil das Gesabber von der Fleischmütze kaum zu verstehen ist, hier der Text. Passt genauso in jede Fanmeile, sowie Nazitreff. Und was das geilste an der ganzen Sache ist: Die WM findet dieses Jahr nicht in Deutschland statt. Das heißt uns sieht die ausländische Presse nicht mehr über die Schultern und wir können endlich den Stock aus unserem Volksarsch ziehen und uns austoben. Na habedehre.

Fazit: Deutschland ist scheiße und das sind die Beweise.

Ich verkriech mich schonmal in meine Höhle und hoffe, dass mein Vorrat an de Beukelaer ausreicht um mich lange genug von diesem Wahn abzuschotten.

Kurze Pause

Die nächsten Wochen wird’s mit Einträgen kärglich aussehen. Aber damit ihr euch die Zeit schön rot färben könnt gibt’s ein paar Links auf’s Maul.

Zum einen ist die dritte Ausgabe der „Straßen aus Zucker“ online. Hab sie zwar noch nicht gelesen (was ich dann aber gleich in Ruhe nachholen werde), kann sie aber sicher trotzdem guten Gewissens schon mal verlinken. Wie ich glaube schon einmal erwähnt zu haben, eine Ideale Zeitung um sich kommunistische Basics einfach erklären zu lassen und die obendrein noch supersympathisch rüberkommt.

Auf deren Blog hab ich auch gesehen, dass das „…um’s Ganze!“-Bündnis jetzt (oder besser schon seit einem Jahr; mir entgeht auch gar nichts) eine Video Reihe gemacht hat. Außer dem Teil sind die anderen aber eher lame.

Ich bin seit Ewigkeiten auch mal wieder auf diese Seite hier gestoßen. Den Revolutionsromantiker_Innen unter euch will ich sie natürlich nicht vorenthalten. Die Arbeit die hinter dem Projekt steht muss zwar riesig sein, aber meine Meinung nach eine richtig geile Idee, weil die meisten Plakate nach einer Woche einfach überstrichen oder abgerissen werden und mit ihnen auch das geile Design untergeht. Seht’s euch durch. Da sind echt Sachen zum verlieben dabei. Da fällt mir auch ein: Falls selbst wer designerisch tätig ist von euch und Motive/Flyer/Desktophintergründe/Stencils macht oder gemacht hat, kann sie_er mir diese gerne zuschicken und ich veröffentliche sie dann hier in einer extra Subseite. Damit das ganze hier mal medialer und bunter wird.

8. Mai in München nicht vergessen und solltet ihr an Bullen, Nazis oder andere Deutsche geraten gibts hier eine kleine Argumentationshilfe.

Fleißig lesen und weiter geht’s, wenn ich wieder nüchtern bin.

Linker Rap

So, hab mir gedacht mal einen kleine Überblick über deutschsprachigen linken Rap zu bringen, gewann dieser im Laufe der letzten Jahre doch deutlich an Qualität und somit an Einfluss. Rap eignet sich durch seine extreme Textlastigkeit und durch den Boom, den dieses Genre erlebt hat und immer noch erlebt (ein Blick in MTV und VIVA zeigts) und die damit verbundene Akzeptanz bei den meisten Musikhörer_Inn, unter den Musikrichtungen wohl am besten, um politische Themen zu transportieren. Mittlerweile haben das auch Nazis bemerkt. Aber bisher kommt dabei nur sowas oder das da bei raus. Aber weiter im Text: Gesellschaftskritischen deutschen Rap gibt es zwar schon lange, wie das 1992 erschienene „Fremd im eigenen Land“ von Advanced Chemistry, will mich aber hier mehr auf neueren linken Rap konzentrieren (wobei mir hier auch noch ein neuerer fetter Track von Brothers Keepers mit ähnlicher Thematik einfällt). Um mal einen guten Überblick zu bekommen, kann ich nur die NoNation!-Mixtapes, die es hier alle drei zum kostenlosen download gibt (jap, Antifa heisst Geld sparen), empfehlen. Mir persönlich gefallen davon zwar nur 1/3 der Tracks (teils raptechnisch, teils wegen der Aussage), aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und Sampler sind ne gute Möglichkeit, um auf neue Acts aufmerksam zu werden. Deshalb auch noch ein Verweis auf den Consciousness Sampler, den es ebenfalls zum konstenlosen Download gibt. Sind auch ein paar geile Tracks drauf, wobei sie sich Holger Burner mit seiner peinlichen personifizierten Kapitalismuskritik echt hätten kneifen können. Hier sollte der musikalische Geschmack nicht alleiniges Selektionsmittel sein. Da fällt mir ein, dass Holger Burner 2009 ein Konzert mit Makss Damage hätte halten sollen, wenn dies nicht durch „antideutsche Rassisten“ (Makss Damage) verhindert worden wäre. Das spricht nicht sonderlich für ihn, sondern mehr für sich selbst. Und zu Makss Damage wurde auf vielen anderen Seiten bereits gebloggt, kritisiert und diskutiert. Das brauch‘ ich hier nicht noch mehr auswalzen und die meisten werden sowieso raffen, dass das n Opfer ist (sofern es denn keine Satire sein sollte). Und das beste kommt zum Schluss: Die meiner Meinung nach erwähnenswerteste Crew oder Label oder was weiß ich, sind ,oder besser waren, die Anti-Alles-Aktion. Checkt einfach mal die Rapper aus. Passend zu unserer Thematik ham Koljah und Tai Phun mit „Danke Nein“ eine geile Abrechnung mit dem unhörbaren Mainstream Hip-Hop gemacht. Ausserdem haben Koljah und Danger Dan eine neue Platte am Start. Klickt euch einfach durch, dann findet ihr schon coole Sachen. Habt ja jetzt genügend Stoff. Wie ich überhaupt darauf komme hier jetzt was über linken Rap zu schreiben? Ein Freund hat mir heute das prolligste Antifa Mobi-Video geschickt, das jemals gemacht wurde und das wird so schnell auch nicht zu übertreffen sein. Who cares, musste lachen. Naja, das Hintergrundlied ist leider auch nicht frei von sexistischen Aussagen. Also wollte ich mal eine kleine Übersicht über pc-Rap bringen. Auch wenn ich’s nach wie vor schade finde, dass Aggressivität und sexistische/homophobe/rassistische Kacke sich in allen Tracks auszuschließen scheinen. Wenn jemand Gegenbeispiele hat, immer her damit!

Und den ersten und achten Mai nicht vergessen Leute!

„Nazis, Nazis jetzt wirds hart – München wird zu Stalingrad“

Kritik und Ansichten

Hier hab ich über MySpace noch eine Kritik von der Bunten Aktion Burghausen bekommen in der ich auch auf eventuelle Missverständlichkeiten hingewiesen wurde. Mit deren Erlaubnis will ich sie hier auch der Vollständigkeit wegen Veröffentlichen (ich mach’s nicht unter Kommentare, weil es komisch kommt, wenn ich sowohl den Kommentar als auch die Antwort veröffentliche):

Hallo!
ein paar anmerkungen zu deinem Bericht:
zu allererst kann ich mich nicht erinnern zur antinationalen Volksrandale aufgerufen zu haben!
2.tens: holger burner, ein antideutscher?, da müsst ich irgendwas verpasst haben, da zitat von holger burner: er ist gegen jede art von nationalismus, auch zionismus!
ebenfalls is es ja egal, ob der interpret jetzt ein antideutscher ist oder nicht!
uns geht es nicht um einzelne gruppierungen die auf der demo anwesend waren!
wir wären froh, wenn diese stumpfsinnige spalterei entlich aufhörn würde und man entlich mal an einen gemeinsamen strang zieht! daher auch „bunte aktion“
ja, wir legen auch ebenfalls tracks von egotronic auf, obwohl er ein antideutscher ist und das mit meiner meinung nicht wirklich konform kommt!
aber trotzdem sind seine texte und seine mugge sehr provozierend, daher kam mir nie in sinn ihn aus meiner playlist zu streichen!
ebenfalls haben wir auch aus unsrem lauti erwähnt, dass es auch andere aktive gruppen außer der kjö gibt, welche ich mit denen hinter uns gemeint hab „schwarz gekleidete! :)!
ich finds gut, dass du so eine vernetzungsseite aufziehst, aber ich würde mir wünschen kritik auch zur richtigen stelle zu geben und vor allem dies erst einmal in einer internen nachbesprechung zu machen, bevor man damit in die öffentlichkeit rückt, da wir uns somit insgesamt nur gegenseitig selbst kaputt machen!
wir versuchen wirklich viel aufzuziehen z.B. mit fast kostenlosen reisebusse, lautis und selber demos anzumelden, natürlich ist auch nicht alles perfekt, aba ich finde, man sollte nicht zu sehr alles zerpflücken!

liebe grüße

[…]

Und hier meine Antwort:

Hey Hi!
1. Das mit antinationale Volksrandal kam auch nicht von dir, sondern hat halt irgendjemand gerufen und das fand ich lustig, bzw. halt unsinnig.
2. Hab ich Holger Burner in meinem Text nie als antideutschen bezeichnet. Ganz im Gegenteil hab ich mit dem Zitat, das ich dahinter geschrieben hab, seine krass antiimperialistische Einstellung aufgezeigt. Egotronic (zumindest halt Torsun) sind/ist ja antideutsch. Daher fand‘ ich das eben lustig. Der genaue Wortlaut von Holger Burner lautet „Ich bin gegen jeden Nationalismus und vor allem gegen den Zionismus“ (zu finden hier: http://www.inforiot.de/artikel/holger-burner-chefs
-aller-banken-lynchen
). Aber hier seh‘ ich auch grad einen Fehler in meinem Text. Hab‘ da was von Faschismus geschrieben. Stimmt natürlich nicht. Werd ich beheben.
3. Ich find es sehr lobenswert, was ihr aufzieht! Bitte nicht falsch verstehen. Geil, dass es bei uns eine Gruppe gibt, die so viel auf die Reihe bekommt, wie ihr. Wir haben ja nicht das Glück uns in ein gemachtes Nest wie in Berlin oder München setzen zu können. Also Lob natürlich an dieser Stelle.
4. Ich bin sehr stark dafür, dass sich eine linke Bewegung immer gegenseitig kritisiert und durch die Kritik auch nie eine autoritäre Gewandung bekommen kann. Das ist nämlich der große Unterschied zu einer Rechten. Dass sich die Szene dann eben spaltet muss in Kauf genommen werden. Ausserdem will ich nicht mit Leuten Revolution machen, mit denen ich nur wenig gemeinsam hab 😛
Und genau aus dem Grund hab ich auch dazu aufgerufen, meinen Text zu kritisieren! Siehe letzte Zeile, worüber ich froh bin, dass du es, und bereits noch eine Person gemacht hat.
Ich hab in diesem Bericht nur meine Impressionen niedergeschrieben und was vielleicht zu verbessern wäre. Wüsste jetzt nicht was eine interne Diskussion daran geändert hätte. Aber ich hätte, deinen Kommentar gerne auf meiner Seite gesehen, damit mehr Leute davon profitieren können. Hast du etwas dagegen, dass ich ihn online stelle? Wär cool von dir!
Auf eine künftig gute Zusammenarbeit!

Grüße,

[…]

So, hoffentlich war’s spannend.

Dann hab‘ ich ja vor längerem schon angekündigt, dass noch ein kleiner Nachtrag zu Buchhofen kommen wird und dazu hab ich dieses Video gefunden, das echt Eindruck macht, weil es nicht irgend ein verwackeltes, rauschendes Handyvideo ist, wie mensch es sonst von Schulhofschlägereien kennt. Respekt.

Demobericht

Wieder zurück aus Braunau wird’s jetzt Zeit für einen kleinen Demobericht:

Also das Wetter war perfekt (Sonne, aber nicht so stark, dass der Black Block in seiner Montur gebraten wird), Braunau war Trist (Platten ziehen einfach runter) und die Demonstration war klein (ich schätze 200 bis 300 Personen). Für eine 16.000 Einwohner_Innenstadt vielleicht ganz gut, aber dadurch, dass selbst wir in T-Berg City Flyer bekommen haben, dachte ich, dass es eine riesige Veranstaltung wird und eine große bürgerliche Masse von Braunauerinn_En mobilisiert werden kann. Aber dafür war der Aufruf wohl zu revolutionär/links gehalten. Aber auf ’ne bürgerliche „antifaschistische“ Bewegung ist abgesehen davon sowieso zu verzichten. Andererseits war der Einzugsbereich für die Demo doch sehr groß, so war die Wiener Antifa anwesend und ich hab nen Flyer von ’nem Antifaladen aus Klagenfurt in die Hand gedrückt bekommen, was jetzt beides doch nicht um die Ecke ist.  Es gab nur zwei Zwischenfälle, ansonsten ist die Demo verlaufen, wie Demos halt so verlaufen. Das eine war, dass nachdem zwei klar ersichtliche Faschos (Thor Steinar Pulli und Pali) neben der Demo hergelaufen sind und reingefilmt haben nach 200 Metern erst eine Gruppe Antifas auf sie zugegangen sind, wodurch die anderen dann alle nachgerückt sind. Hier hätte viel früher und entschiedener vorgegangen werden sollen. Die Bullen konnten die Gruppen aber sofort trennen. Und das andere war, als ein Pressefotograf physisch dazu aufgefordert worden ist, das fotografieren zu unterlassen. Auf der Endkundgebung vor Hitlers Geburtshaus wurde unter anderem die gute Zusammenarbeit der doch sehr verschiedenen Gruppen gegen Faschismus und Rassismus gelobt. Und, dass man in Zukunft Streitereien vermeiden solle, da eh an einem Strang gezogen wird. Naja, not my cup of tea. Von nach mehr Arbeitsplätzen rufenden Gewerkschaftlerinne_N über den Internationalismus hochlebenden Antiimperialistinn_En bis zu antideutschen Österreicherinne_N (‚tschuldigung, den konnt ich mir nicht verkneifen) waren alle Strömungen vertreten. Highlights waren, dass auf ein und dem selben Lauti Holger Burner (Zitat: „Ich bin gegen jeden Nationalismus und vor allem gegen den Zionismus“) und Egotronic lief und der Demospruch „antinationale Volksrandale!“ (, der sich hoffentlich nie durchsetzen wird) von verwirrten Demonstranten kam. Als wir nach der Schlusskundgebung dann zu unseren Autos gingen ist ein 11-jähriger Junge (mit einem geistigen Alter von 88) auf dem Rad an uns vorbeigefahren und meinte, wir gehören doch alle vergast, was meiner Verwirrtheit über den ganzen Tag die Krone aufsetzte. Komische Stadt.

Da auf der Demo auch ‚mal „Radieschen auf Frischkäse“ von den Dödelhaien lief, wollt ich auch nochmal auf die antisemitischen Totalausfälle von Ulrike Meinhof in diesem, meiner Meinung nach lesenswerten Artikel in der taz, verweisen. Dazu noch eine kleine Positionierung meinerseits: Ich bin nich der Meinung, dass Kritik an der israelischen Politik grundsätzlich antisemitisch ist, aber zum Beispiel

„In diesem Antisemitismus, der ins Volk reinmanipuliert worden ist, war die Sehnsucht nach dem Kommunismus, die dumpfe Sehnsucht nach der Freiheit von Geld und Banken.“

so etwas ist unabhängig davon einfach widerlich. Aber lest den Artikel einfach selbst. So sollte mensch sich also eher fragen, ob es nicht besser ist, dass die RAF nicht mehr kommen kann, „wenn man sie braucht“.

Und eine Kritik geht noch: Nach Jahren antifaschistischer Attitüde ist mir auf der Demo aufgefallen, wie kacke der Spruch „Nazis raus!“ eigentlich ist. Also die Frage, wohin mit ihnen, wenn sie denn raus gehen, sollte sich jeder schon einmal gestellt haben. Sie hören ja nicht plötzlich auf, Arschlöcher zu sein, nur weil sie sie umgezogen sind. Das „raus“ kann also lokalpatriotischer Natur sein, à la „Wir wollen keine Nazis in unserer schönen Stadt“ oder nationaler; sie sollen also das Land verlassen uns „uns“ nicht stören. Beide Varianten spielen also auf ein Volkskollektiv ab, dass all‘ seine unliebsamen Elemente aus ihrer Mitte vertrieben wissen will um schön zu gedeihen. Das Volk wählt also, wer es verdient hat, Teil dessen zu sein und wer unwürdig/nieder ist. Sollte sich dieser Prozess dann fertig vollzogen haben, sind wir eine perfekte homogene Masse, die weiß, wo der Feind steht. Abgesehen davon sollte auch klar sein, dass Faschismus an seiner Wurzel zerstört werden muss und mit dem Abschieben von Nazis rein garnichts gewonnen ist. Dass sich das Wort Nazi auch mit jeder anderen unliebsam gewordenen Gruppe austauschen lässt, soll dabei auch bedacht werden. Kurz zusammengefasst: Ich will hier nicht sagen, dass gegen-Nazis-sein schlecht ist, aber es muss bewusst sein, dass Nazis nur die Symptome sind in einer Gesellschaft, in der der Faschismus florieren kann und nicht die eigentlich Ursache, die es viel mehr zu bekämpfen gilt.

Vielen Danke für die Aufmerksamkeit.

Kritik an meinem Geschreibsel ist natürlich immer gerne gesehen.

Nachtrag

Wurde ja schon im Kommentar von „Horst Stalin“ erwähnt, aber ich wollt eh auch noch mal auf die Kritik der autonomen Antifa Wien am offiziellen Aufruf für Braunau am Samstag hinweisen, da es wichtig ist eine Thematik von mehreren Seiten zu beleuchten (außer natürlich von einer hinverbrannten Rechten). Meiner Meinung nach richtig was sie kritisieren, auch wenn es teilweise übertrieben ist und dem Bündnis „Braunau gegen Rechts“ böswillig Sachen unterstellt (wie z.B. hier: „Wenn nun das Bündnis „Zum Gedenken an die Opfer des Faschismus“ aufruft, spricht hieraus eine gewisse Nekrophilie, da die Solidarität offensichtlich nur den toten Jüdinnen und Juden gilt – sofern mit Opfern nicht gänzlich das deutsche-österreichische Proletariat gemeint ist, was dem Bündnis durchaus zuzutrauen wäre.“). Ich glaub, das es die Braunauer einfach nicht besser wissen. Aber das ist nur meine bescheiden Meinung. Hingehen sollte man auf jeden Fall trotzdem, man kann ja mit seinen Freundinn_En einen eigenen Block bauen, falls einem_r die Österreichischen Politsekten nicht zusagen.

Dann kann ich auch gleich noch den von Stalin bereits erwähnten Bus hervorheben:

Abfahrtszeiten:
Altötting-Bahnhof: 13.30 Uhr
Burgkirchen-Bürgerzentrum: 13.45 Uhr
Burghausen-Bürgerhaus: 14.00 Uhr

Und weil lachen Gesund ist hier noch zwei Videos die von der Genialität des österreichischen Bundesheeres und dem parlamentarischen Arm der Rechten zeugen. (Leute, ihr macht es uns viel zu einfach.)

Österreich smashen und vor Adis Geburtshaus pissen!


About

Aus dem Leben eines Antifaschisten.

Kategorien

Upcoming Events